Resolutionen

Seit seiner Gründung im Jahre 1888 setzt sich der Eifelverein für die Belange der Eifelbevölkerung ein. Dabei ist er immer wieder gefordert, die satzungsgemäßen Ziele der Wirtschaftsförderung mit denen des Natur- und Landschaftsschutzes in Einklang zu bringen. Umfangreiche Abwägungsprozesse zwischen ökonomischen und ökologischen Erfordernissen sind somit erforderlich, um letztlich in Form von Resolutionen als Fürsprecher der Eifel agieren zu können.

Windenergieanlagen

2001: Es reicht!!!
Der Eifelverein als traditioneller Sachwalter auch für den Natur- und Landschaftsschutz im länderübergreifenden Eifelraum hat die Errichtung von Windkraftanlagen (WKA) in der Eifel im letzten Jahrzehnt aufmerksam verfolgt und kritisch begleitet. Eine Zwischenbilanz mit neuer Standortbestimmung ist nach über zehnjähriger Bautätigkeit angebracht.
Hatten zunächst WKA noch eine Nabenhöhe von 40 - 50 m, so sind heute WKA bis zu 100 m Höhe keine Seltenheit mehr. Zudem hat ihre Zahl hat in den letzten Jahren ganz erheblich zugenommen. Nach politischen Zielsetzungen soll die bisher installierte Leistung bereits bis zum Jahre 2005 verdreifacht werden. Damit besteht die ernsthafte Gefahr, dass die noch weitgehend naturgeprägte Landschaft der Eifel ihren Charakter verliert, indem sie industriell überformt wird. Dies belastet auch die dort wohnenden Menschen.

Im Gegensatz zur Nutzung fossiler Energieträger stellt die Windenergie zwar eine unerschöpfliche Energiequelle dar, die außerdem weder Luftschadstoffe noch Abwärme produziert. Dennoch müssen auch bei dieser Energieerzeugung die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes besonders berücksichtigt werden. Gerade dieser Aspekt spielt für den Landschaftsraum der Eifel vor allem mit Blick auf den Tourismus, der von wesentlicher wirtschaftlicher Bedeutung ist, eine ganz entscheidende Rolle.
Der Eifelverein ist daher der Auffassung, dass zwischenzeitlich die Anzahl und Verteilung von WKA in der Eifel die zumutbare Obergrenze erreicht haben. Er fordert deshalb die verantwortlichen Entscheidungsträger in den Kommunen und Kreisen auf, bei den Entscheidungen über WKA-Anträge besonders sensibel vorzugehen. Nicht die Aussicht auf die derzeit gesicherte Einspeisungsvergütung darf ausschlaggebend sein, vielmehr ist eine klar erkennbare Abwägung mit den berechtigten Forderungen des Natur- und Landschaftsschutzes unabdingbar.

Die Ausweisung immer neuer Ansiedlungsstandorte lehnt der Eifelverein ab. Um negative Spätfolgen der Windenergienutzung in Form von Industrieruinen in der Landschaft zu vermeiden, fordert der Eifelverein die Betreiber von WKA zu verpflichten, diese bei Nutzungsaufgabe auf eigene Kosten zu beseitigen und die Baustelle landschaftsgerecht zu rekultivieren.
März 2001

2012: Positionspapier des Eifelvereins
zum Thema regenerative Energien/Windenergie

Der Eifelverein befürwortet grundsätzlich den Ausbau von regenerativen Energien bzw. der Windenergie unter der Voraussetzung, dass dabei folgender Ansatz Anwendung findet:
1. Der mit der Errichtung von Anlagen für erneuerbare Energien einhergehende Landschaftsverbrauch ist so gering wie möglich zu halten und über entsprechende Maßnahmen der Landespflege auszugleichen. Dabei haben Kompensationsmaßnahmen Vorrang vor Kompensationszahlungen.
2. Diese Forderungen gelten auch für Anlagen/Einrichtungen, die zur Speicherung und zum Transport von Energie dienen.
3. Neben den offiziell festgelegten Ausschlussgebieten (Naturschutzgebiete, Biospärenreservate, Nationalparks und UNESCO-Welterbegebiete) sind Natura 2000-Gebiete, Kernzonen in Naturparks sowie Waldflächen zu Tabuzonen für Windkraftanlagen zu erklären.
4. Die Steuerung der Windenergienutzung ist ausschließlich der Landes- und Regionalplanung vorzubehalten, um über diese bewährte Zentralisierung der Planungshoheit eine industrielle Überformung der Landschaft mit allen negativen Folgen für den Erlebnis- und Erholungswert der Eifel zu verhindern.
5. Die Instrumente der Landes- und Regionalplanung sind so einzusetzen, dass Räume in der Eifel erhalten bleiben, die nicht technisch überformt sind und Landschaft in ihrer ursprünglichen und einmaligen Schönheit erlebbar bleibt. Dabei ist eine Sicht- und Landschaftsbildanalyse zum zwingenden Bestandteil jeder Planung und Abwägung zu machen.
6. Die im Planungsrecht verankerten Mitsprachemöglichkeiten durch die örtlichen Betroffenen (u.a. Mitglieder von Orts- und Bezirksgruppen des Eifelvereins) sind unbedingt wahrzunehmen.
7. Der Konzentration von Windenergieanlagen in Windparks ist Vorrang vor dezentralen Einzelanlagen zu geben. Dadurch wird höchste Effizienz und Flächenproduktivität bei geringstem Flächenverbrauch ermöglicht.
8. Angesichts der zu erwartenden steigenden Nabenhöhen neuer Großanlagen müssen strengere Kriterien sowie eine auch für Einzelanlagen verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfung eingeführt werden.
9. Das Repowering vorhandener Windparks ist im Genehmigungsverfahren wie eine Neuanlage zu behandeln.
10. Windkraftwerke werden abgelehnt, wenn zu deren Betrieb umweltbelastende Stoffe eingesetzt werden müssen.
11. Bei dauerhafter Aufgabe der Nutzung ist der Rückbau der Anlagen sicherzustellen und die Bodenversiegelung zu beseitigen. Im Rahmen der Genehmigung muss zu diesem Zweck eine geeignete Sicherheitsleistung gefordert werden.
12. Die beste Schonung der Energieressourcen stellt die Energieeinsparung dar.

Beschluss des Hauptvorstandes vom 1.12.2012 nach mehrheitlicher Verabschiedung durch die OG-Vorsitzendenrunde vom 6.10.2012

 

Windenergieanlagen [PDF, 1670 KB]

 


zurück