Resolutionen

Seit seiner Gründung im Jahre 1888 setzt sich der Eifelverein für die Belange der Eifelbevölkerung ein. Dabei ist er immer wieder gefordert, die satzungsgemäßen Ziele der Wirtschaftsförderung mit denen des Natur- und Landschaftsschutzes in Einklang zu bringen. Umfangreiche Abwägungsprozesse zwischen ökonomischen und ökologischen Erfordernissen sind somit erforderlich, um letztlich in Form von Resolutionen als Fürsprecher der Eifel agieren zu können.

Westwall

Der Westwall darf nicht heimlich beseitigt werden!
Seit 1957 verpflichtet das Allgemeine Kriegsfolgengesetz die Bundesrepublik, Verteidigungsanlagen zu beseitigen, wenn von ihnen eine Gefahr ausgeht. Ausgerechnet jetzt, in Zeiten größter Knappheit in den öffentlichen Kassen, will die Bundesregierung in Berlin 35 Mio € ausgeben, um weitere Teile des Westwalls, der 630 km langen Verteidigungsanlage aus dem Zweiten Weltkrieg von Kleve bis Weil am Rhein, zu beseitigen.

Der Eifelverein ist seit 1888 als traditioneller Sachwalter des Kulturerbes und des Denkmalschutzes im Eifelraum über die Grenzen der Bundesländer hinweg tätig. Daher hat er es in der Vergangenheit begrüßt, dass das Land Nordrhein-Westfalen wenigstens Teile des Westwalls unter Denkmalschutz gestellt hat. Der Eifelverein  hat sich darüber hinaus für die Sicherung der verbliebenen Reste des Westwalls eingesetzt und gefordert, dass sie der Nachwelt erhalten und Besuchern der Eifel so weit wie möglich zugänglich gemacht werden. Leider blieben zuletzt in der Nordeifel entsprechende gemeinsame Bemühungen mit der Gemeinde Simmerath, die angeboten hatte, Bunker auf ihrem Gemeindegebiet gegen Zahlung einer Ablöse durch den Bund als Eigentum zu übernehmen, zu betreuen und als Mahnmal zugänglich zu machen, seit Jahren ohne Reaktion der zuständigen Bundesdienststellen.

Umso mehr überraschen die jüngsten Aktivitäten zur Beseitigung der geschichtsträchtigen Bunkeranlagen. Die Kulturwarte des Eifelvereins haben sich daher auf ihrer diesjährigen Fachtagung in Neuerburg mit dieser Problematik befasst. Sie sind der Ansicht, dass diese noch heute sichtbaren Spuren des mörderischen Zweiten Weltkrieges unbedingt bestehen bleiben müssen, um auch künftigen Generationen als praktischer Geschichtsunterricht und als Mahnmal zu dienen. Schließlich weist der Westwall als Zeuge aus Eisen und Beton auf die schrecklichen Folgen eines Krieges und die Bedeutung eines friedlichen Miteinanders benachbarter Völker.
April 2004 

 


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